Alpensegler

 

Alpensegler am Kantonsspital Frauenfeld

Kurzbeschrieb Alpensegler


Wenn ab Ende Juli die Mauersegler weggezogen sind, haben die Alpensegler den Luftraum über unseren Städten für sich. Trupps aus Altvögeln und Jungen jagen sich in rasanten Flugspielen laut trillernd nach. Sie besiedeln in der Schweiz zwei unterschiedliche Lebensräume. Ursprünglich brüteten sie an Felswänden in den Alpen. Heute brüten die Alpensegler in rund 50 Ortschaften der Schweiz.


Von den 2000-2300 Brutpaaren nisten über 80% an Gebäuden. Das Berner Münster bot sich den Alpenseglern schon ab etwa 1580 als Brutplatz an. Gebäudebruten waren lange eine schweizerische Besonderheit. Die Grösse der Felskolonien übersteigt selten 10 Paare, die Gebäudekolonien können bis über 100 Brutpaare umfassen. Alpensegler sind geschützt, stehen auf der Roten Liste CH und sind potenziell gefährdet. Die Art erreicht in den Städten der Nordschweiz, sowie im grenznahen Ausland ihre nördlichste Verbreitungsgrenze. Segler sind Zugvögel, der Alpensegler ist ein Langstreckenzieher, er verbringt den Winter in Afrika. Im Sommer, wenn sie bei uns sind, brüten sie und ziehen ihre Jungen auf. Sie machen nur eine Jahresbrut, das Gelege besteht aus 2-3 Eiern, woraus im Durchschnitt nach 18-22 Tagen Brutdauer und 54-66 Tagen Nestlingsdauer zwei Junge flügge werden. Von dem Tag an, wo sie das erste mal ausfliegen, sind sie selbstständig , werden nicht mehr gefüttert und kehren nicht mehr ins Nest zurück. Die Nahrung besteht mehrheitlich aus kleinen Fluginsekten. Die Nahrungssuche erstreckt sich schätzungsweise bei brütenden Vögeln über 40-50 km. Den Jungen wird mehrmals täglich ein Futterballen von Insekten verabreicht. Der Ruf des Alpenseglers ist ein langgezogener Triller. Der Alpensegler ist der grösste unserer drei in der Schweiz verbreiteten Segler. Mit seiner Länge von 20-23cm und einer Spannweite von 54-60cm und einem Gewicht von 80-120 Gramm und seinen spitzen Flügeln mag er sogar an einen Falken erinnnern. Segler und Schwalben sind nicht mit einander verwandt. Der wissenschaftliche Name des Alpenseglers ist Apus melba, Apus kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ fusslos „ , was auch nicht ganz stimmt. Aber in der Tat haben Segler nur Füsse um sich festzuklammern, man sieht sie also nie sitzend auf einem Draht oder Baum. Auffällig beim Alpensegler ist die weisse Unterseite, welche durch ein braunes Brustband unterbrochen ist.

Warum gerade Alpensegler am Hochhaus des Kantonsspitals?


Nicht von ungefähr wurde das Hochhaus des Kantonspitals von den ca. 20 Brutpaaren der Frauenfelder Alpensegler- Kolonie als ihr Nistplatz auserkoren. Wie ein Fels erhebt sich das Hochhaus auf der Anhöhe oberhalb Frauenfeld, es bietet sich für die Alpensegler direkt an. Am Hochhaus haben sie die Nordseite ausgewählt, wohl wegen den ausgeglichneren Temperaturen, als an der Südfassade. Wichtig ist auch ein freier Anflug. Alpensegler sind ausgesprochen brutplatztreu, so finden Paare wieder zusammen, weil sie im Folgejahr erneut dieselbe Brutnische anfliegen. Segler, die an Gebäude brüten, sind auf unsere Schutzmassnahmen angewiesen.

Ausgangslage

 

Nur noch auf eine bestimmte Zeit werden die Frauenfelder Alpensegler ihre saisonalen Wohnungen anfliegen können. Denn auf das Jahr 2020 ist der Rückbau des Hochhauses, nach Inbetriebnahme des Neubaus, geplant. Es gilt die bestmögliche Variante zu suchen, um diese Alpensegler erfolgreich umzusiedeln. Ein paar Gegebenheiten machen dieses Unterfangen recht schwierig. Zum ersten ist da sicher die ausgesprochene Brutplatztreue der Alpensegler und die Tatsache, dass im geplanten Neubau keine geeigneten Nistplätze für die Alpensegler, angeboten werden können ( kein freier Anflug etc. ).

 


Personalhäuser ARA und BEO als Ersatzbrutplatz für die Alpensegler


In Zusammenarbeit mit dem kantonalen Hochbauamt Thurgau Urs Bitzer, dem Gebäudeunterhalt des Kantonsspital Mike Hopfgartner, dem Architekten Tim Hercka, Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach und dem Natur- und Vogelschutzverein Frauenfeld konnte rasch eine gute Lösung gefunden werden, nämlich mit den beiden Personalhäusern ARA und BEO. Es ist ein Glücksfall, dass gerade so geeignete Gebäude in unmittelbarer Umgebung stehen. Vorgesehen ist, dass 25 Brutkästen an den nördlichen Dachrändern der Personalhäuser montiert werden. Die Pläne von Max Stalder Rickenbach dienten als Vorlage für die Kästen; er hat vor 38 Jahren die Alpenseglerkolonie auf dem Kantonsspital Winterthur mit Kästen eingerichtet, die erfolgreich von den Alpenseglern bezogen wurden und die sich sehr bewährt haben. Wenn das kein gutes Omen ist!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Produktion der Brutkästen


Und schon wieder ein Glücksfall; die Schreinerarbeiten können in den Werkstätten des spitaleigenen technischen Dienstes ausgeführt werden. Daniel Clement und Hansruedi Soltermann werden diese Arbeiten übernehmen und sicher vorzüglich ausführen, herzlichen Dank. Es ist geplant, dass diese Kästen noch dieses Frühjahr, wenn möglich vor Eintreffen der Alpensegler, montiert werden. So haben diese mehr Zeit die neuen Brutplätze zu sichten und zu akzeptieren.

 

 

 

 

 

 

 


Aussicht und Dank


Wir hoffen sehr, dass auch in Zukunft, wenn die rasanten Flugkünstler Mitte April aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückkehren, sie in Frauenfeld an den Personalhäusern des Kantonsspitals Unterschlupf suchen und auch finden werden und so noch lange die Patienten und das Personal mit ihren Flügen und ihren Trillern erfreuen werden. Natürlich hoffen wir sehr, dass schlussendlich diese Frauenfelder Alpensegler-Kolonie erhalten bleibt. Der Verlust wäre wirklich schmerzlich, da diese Art in der Schweiz recht spärlich verbreitet ist und zudem im Norden der Schweiz ihre nördlichste Verbreitungsgrenze erreicht. Mit Hilfe eines CDPlayers könnten Rufe von Alpenseglern abgespielt werden, was möglicherweise die Vögel rascher auf das neue Brutplatzangebot aufmerksam machen würde. Danken möchten wir allen Beteiligten, vorallem Urs Bitzer vom Kantonalen Hochbauamt, Mike Hopfgartner vom Gebäudeunterhalt des Kantonsspital, Uschi Stutz Kantonsspital, Tim Hercka Architekt, Hans Schmid Vogelwarte Sempach, die sich von Anfang an voll hinter die Sache stellten.

 

Frauenfeld im Februar 2013 - Margrit Schilling

Bericht Thurgauer Zeitung 2014 PDF

Fotogalerie der Frauenfelder Alpenseglerkolonie Link Website Sandra Schweizer

Neue Nistkästen für die Alpensegler an der Reformierten Kirche Frauenfeld

Bericht von Margrit Schilling

Fotogalerie der Montage der Kästen an der Kirche vom 6. Juli 2019

Margrit Schilling kontrolliert die neuen Nistkästen auf dem Dach vom Haus ARA

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