Reservat Allmend Frauenfeld

Dank der Tatsache, dass die Grosse Allmend 1865 als Standort des Waffenplatzes gewählt wurde, besteht heute ein Naturreservat, das eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt beherbergt. 1999 wurde der Grundstein für die ökologischen Aufwertungsmassnahmen gelegt. Damals musste eine dramatische biologische Verarmung mit massivem Artenverlust festgestellt werden. Diese Tatsache bewog Militär und Stadt Frauenfeld, das Gebiet ökologisch aufzuwerten. Im Rahmen der darauf folgenden Renaturierungsmassnahmen wurde an verschiedenen Orten der Oberboden abgetragen und die Flächen neu eingesät. Stellenweise wurde hierfür geschnittenes Heu vom Gebiet des Immenbergs ausgebracht, um eine natürliche Versamung der dort heimischen Wiesenblumen zu erreichen. Inzwischen hat sich eine schöne artenreiche Wiesenlandschaft entwickelt, bei der es zu beachten gilt, dass sie nicht zu früh, d.h. keinesfalls vor dem 15. Juni gemäht wird. Ein Teil dieser Wiesen wird sogar über dieses Datum hinaus stehen gelassen. Vor allem für bodenbrütende Vogelarten ist dies von grosser Wichtigkeit. Nur wenn sie ungestört ihr Brutgeschäft zu Ende führen können, ist der Bruterfolgt gewährleistet. Ansonsten werden die Jungvögel Opfer der Mähmaschinen.


Weitere Massnahmen im Rahmen der grossen Renaturierungsaktion war das radikale Entfernen standortfremder Bäume, die Regeneration von Altläufen, die Wiederherstellung von Teichen, Tümpeln und Weihern; im Hauäuli musste der sich niedergesetzte Schlamm abgesaugt werden, um ein Verlanden des dortigen Gewässers zu ver- hindern. Weitere Massnahmen waren das Anlegen von Hecken, Feldgehölzen und standorttypischen Einzelbäumen sowie die Aufwertung von Waldrändern. Die Allmend hat allmählich gebietsweise einen naturnahen Charakter zurückgewinnen können.

Die Allmend Frauenfeld erscheint aufgrund des ebenen Terrains und der Form der Bewirtschaftung grösstenteils recht einheitlich. Sie lässt sich grob in zwei Biotopbereiche gliedern. Einerseits besteht in Thurnähe ein bewaldetes Areal, und andererseits stellt die Allmend ein grossflächiges Wiesland dar. Bei Hochwasser erfährt sie periodisch eine starke Anhebung des Grundwassers, was kurzzeitig zu einem recht sumpfigen Charakter führt, sowohl im Wald als auch im Bereich der Wiesen. Die Waldpartie in Thurnähe lässt sich dadurch partiell als Typ Auenwald charakterisieren. Der Bodengrund der Allmend ist durch Ablagerung von Schlamm, welcher zum Grossteil aus früheren Zeiten stammt, als die Thur effektiv die Allmend noch direkt überflutete und in der grossen Fläche mäandrierte, partiell sehr feinkörnig und dicht. Sowohl im Wald als auch im Bereich der Wiesen bleiben deshalb in flachen Vertiefungen des Terrains nach Hochwassern und längeren Regenphasen über längere Zeit Wasseransammlungen bestehen. Infolge des heute kanalartigen Thurbettes und der Anlegung von Entwässerungskanälen und Hochwasserschutzdämmen hat der früher ausgeprägte Flussauenland-Biotop der Allmend jedoch sehr stark gelitten. Die Wiesenflächen wurden durch starke Beweidung mit hohen Tierbeständen und dem Eintrag von Nährstoffen aus der Luft in den letzten 50 Jahren sukzessive in ihrer Artenzusammensetzung verändert. Strukturelemente, welche aus extensiver Bewirtschaftung resultierten, verschwanden zusehends und die Belastung durch Freizeitaktivitäten der Bevölkerung wurde immer massiver. Die Veränderungen hatten logischerweise auch  einen Einfluss auf die Vogelwelt. Seit einigen Jahren versucht man nun, Veränderungen in entgegengesetzter Richtung zu bewirken. Mit Erfolg? Dies wird sich in den nächsten Jahren  weisen. 

Für Interessierte besteht die Möglichkeit, an geführten Exkursionen durch das Naturschutzgebiet teilzunehmen. Die Aufseher der Allmend bieten regelmässig solche Anlässe an, welche Sie dem folgenden Programm entnehmen können: 

Die Aufseher im Naturschutzgebiet Allmend laden ein! Jahresprogramm 2019 PDF

Infos Naturschutzgebiet Allmend Frauenfeld PDF

 

Info-Flyer Allmend Frauenfeld PDF


Siehe auch http://www.allmendfrauenfeld.ch

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